Im Zeichen Chamissos

Musenhof mit positiver Bilanz 2010 / Weiterentwicklung zum Literaturhaus im nächsten Jahr

„Wir sind zufrieden”, sagt Margot Prust vom Musenhofteam im Rückblick auf 2010. Mit zehn Veranstaltungen gab es im Durchschnitt wieder einen Höhepunkt pro Monat, zu denen sich auch reichlich Besucher einfanden: „Es hat sich mittlerweile herumgesprochen”, ist Margot Prust von der gesteigerten Breitenwirkung des Hauses überzeugt. Für 2011 steht das Programm zwar noch nicht im Detail, aber zumindest zahlenmäßig soll es Veranstaltungen in ähnlicher Größenordnung geben.

Noch deutlich mehr würde auch über die Kräfte gehen, denn im kommenden Jahr geht es vor alem darum, dem Musenhof noch stärker ein inhaltliches Profil zu geben, das an einen berühmten Gast in Kunersdorf zu Lebzeiten der Frauen von Friedland erinnert - Adelbert von Chamisso. Die hier aus der Taufe gehobene Chamisso-Gesellschaft hat an dieser Adresse ihren Sitz, inzwischen 45 Mitglieder sind es, beheimatet nicht nur in der gesamten Bundesrepublik, sondern vereinzelt sogar dem Ausland. Ein Professor der Pariser Universität ist darunter, ein Amerikaner und ein Engländer, dazu eine Professorin, die im norwegischen Tromsö einen deutsch-französischen Lehrstuhl innehat. Geballter Sachverstand und Leute mit vielfältigen Kontakten, um das noch zarte Pflänzchen Netzwerk zum Wachsen zu bringen.

2011 ist ein Chamisso-Jubiläumsjahr: Am 30. Januar wird das damalige Multitalent 230. Die Chamisso-Gesellschaft will sich künftig noch enger mit dem VorOrt-Verein, dem Frankfurter Kleist-Museum und weiteren Partnern zusammenfinden, um ein funktionierendes Netz zum Forschen, Sammeln und Aufbereiten der Ergebnisse auf die Beine zu stellen, daraus auch ein Programm für Kunersdorf zu gestalten. Die Mitgliederversammlung der Gesellschaft im Mai soll zu einem ganztägigen Forum mit mehreren Einzelveranstaltungen werden, zudem wird bei dieser Gelegenheit die Chamisso-Ausstellung eingeweiht, die sich in den nächsten Monaten im Aufbau befindet. Dr. Reinhard Schmook habe aus dem Freienwalder Schloss bereits Vitrinen als Leihgabe zur Verfügung gestellt, weitere Gegenstände folgen. Zudem hat der Bildhauer Roland Rother in Eigeninitiative zwei Modellentwürfe für Skulpturen gefertigt, die ihren Platz in Haus und Ort finden sollten.

Das Chamisso-Literaturhaus, für alle Interessenten jeglichen Alters zugänglich, entsteht somit nicht auf einen Schlag, sondern soll schrittweise wachsen. Eins ist dabei klar: Noch ist reichlich zu tun.

Thomas Berger
(Märkischer Markt, Kunersdorf, 28. Dezember 2010)
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