Chamisso-Literaturhaus im Kunersdorfer Musenhof
Chamisso-Literaturhaus im Kunersdorfer Musenhof

Monika Sproll, Chamisso in Cunersdorf, Frankfurter Buntbücher 55, herausgegeben von Wolfgang de Bruyn und Hans-Jürgen Rehfeld, Fankfurt (Oder) 2014

 

Umschlaggestaltung des Frankfurter Buntbuches 55, bestehend aus marmoriertem Papier, das im 18. Jahrhundert hergestellt wurde.

Chamisso denkt dankbar an diese Monate zurück und erzählt seinem Freund de la Foye von diesem Arrangement als wäre es ein Stück aus dieser Märchennovelle:

»– nun fand sich eben zu der Zeit, daß ein Reicher Edelmann der Lust an der Botanick hat und Meilen von hier im Schönen OderBruch Pflanzungen Amerikanischer Bäume einen Botanischen Garten, ein Herbarium, eine Bibliothek und mehre Milionen Güter besitzt sich nach einem jungen Gelehrten umsah der die Hand an dieses alles den Sommer über anlegte, — ich ward hinbefördert angekündigt als ebenbürtiger Gast und Liebhaber der Botanik zu dem Herrn von Itzenplitz. — ich widmete da in freündlicher Umgebung unter guten Leuten meinen Sommer ausschließlich der Botanik und es ward mir so wohl als immer mir sein könnte. —«

(an de La Foye (Fragment), vermutlich Mai oder Juni 1814. Theus, Seifert 2013)

In Cunersdorf – heute Kunersdorf – erarbeitete Chamisso als Botaniker seine erste wissenschaftliche Publikation und half bei der Überarbeitung eines großen Verzeichnisses der Pflanzen vor Ort mit. Die Friedländischen Güter, zu denen der Sitz in Cunersdorf gehörte, nahmen zu dieser Zeit eine vorbildliche Stellung in der Landwirtschaft ein (vgl. Schmook). Auf eine neue Basis gestellt von HELENE CHARLOTTE VON FRIEDLAND, geborene LESTWITZ und geschiedene VON BORCKE (1754–1803), war ihr Besitz durch ihren aufklärerischen Geist und Experimentierwillen zu einem geachteten Agrarunternehmen geworden, das sich mit der Ansiedlung neuer Arten für die Forstwirtschaft und Agrarwirtschaft verdient machte.

 

Auszug: Monika Sproll

 

 

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